“Licht und Leinwand” – Sonderausstellung im GNM Nürnberg

Die Ausstellung “Licht und Leinwand” beschäftigt sich mit Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert. Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg hat dabei rund 240 Exponate zusammengestellt, die die Geschichte dieser beiden Kunstformen zu dieser Zeit und auch was die Erfindung der Fotografie 1839 für die Kunstwelt bedeutete.

Viele Künstler waren nicht begeistert von dem neuen Medium. War es doch eine kostengünstige Konkurrenz zur Malerei und vorallem schneller -die ersten Fotoateliers wurden von Künstlern betrieben.

„Wer wird künftig malen, wenn das Daguerreotyp alle Bilder der Welt heißhungrig verschlingt?“ fragte die Wiener Satirezeitschrift “Der Humorist”.

Kann Fotografie Malerei ablösen ? Ist Fotografie überhaupt Kunst ? Wo liegen die Stärken und Schwächen der beiden Kunstformen ? Und: bedroht die Fotografie die Malerei wirklich ?

Man mag das Argument vertreten, wie es die Künstler damals schon taten, daß Fotografie ein bloßes Abbild der Realität ist, ohne Tiefe – ganz im Gegensatz zur Malerei, die zur Darstellung der Wahrheit dient. Aber ist dem so ? Kann nicht auch eine Fotografie hinter die Fassade sehen und was ist mit dem Wort “Photographie” an sich ? Es heißt schließlich “Zeichnen mit Licht”. Ein Objektiv bedeutet nicht immer Objektivität, während ein Pinsel nicht immer das Subjektive erfasst. Oder etwa doch ?

Diesen und anderen Fragen kann man in der Sonderausstellung nachgehen, die bis zum 9. September zu sehen ist.

Für die Ausstellung wurden bislang kaum oder nie gezeigte Gemäldebestände des Germanischen Nationalmuseums aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Institut für Kunsttechnologie und Konservierung restauriert. Lange vergessene Werke u.a. von Carl Spitzweg, Emil Jakob Schindler, Lovis Corinth oder Max Slevogt werden zum Teil erstmals seit 1945 präsentiert. Ihnen stehen Fotografien u.a. von Alois Löcherer, Henry Peach Robinson, Johannes Nöhring, Martin Gerlach, Josef Maria Eder und Heinrich Kühn gegenüber.

Ob ein Foto Kunst ist oder ein Gemälde keine Kunst ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Die Ausstellung bietet einen konkreten Vergleich und vielleicht hilft sie dabei, die Perspektive zu wechseln.

Die Ausstellung geht bis zum 9. September. Mehr Informationen unter: https://www.gnm.de/ausstellungen/aktuell-und-vorschau/licht-und-leinwand/

Quelle: Redaktion Buehnennetzwerk.de

 

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