Heterotopia – begehbar, erfahrbar und zum Nachlesen

Das Buch “Heterotopia” aus dem Verlag Theater der Zeit, herausgegeben von Florian Lutz und Sebastian Hannak, unter Mitarbeit von Kornelius Paede, fasst Gedanken und Informationen zur Raumbühne “Heterotopia” zusammen. Ein Nachschlagewerk aber auch ein philoshophisches Werk, das sich Gedanken um das Zusammenspiel von Theater und Zuschauern macht.

Spannend, vom ersten Augenblick

Schon beim ersten Durchblättern wird einem klar, daß man etwas verpaßt hat, wenn man nicht zumindest einmal dabei war. Die Neugier wird geweckt und die Erwartung an das Buch steigt. Eine Erwartung, die nicht enttäuscht wird.

Bildband, im wahrsten Sinne des Wortes

Schön ist auch, daß der Bildband wirklich ein Bildband ist. Ein paar einleitende Worte und schon geht es mitten ins visuelle Geschehen.

Nach den ausdrucksstarken Bilder auf 60 Seiten, gibt es noch etliche informative Texte. Für den, der “Heterotopie” bereits “besucht” hat, lassen sie Revue passieren. Für den, der leider nicht dabei waren, erläutern sie die Hinter- und Beweggründe.

Informative Texte

Den Fotos schließt sich ein zweiteiliger Textteil an.

Der erste Teil gibt nähere Details zur Idee der Musiktheaterstadt preisgibt. Auch der Entstehungsprozess wird beschrieben, sowie die Geschichte des “erlebbaren Theaters”. Denn: der Gedanken an für sich ist nicht neu, schon früher wurden Versuche unternommen,die Trennung von Zuschauer und Bühne aufzuweichen oder gar aufzulösen. Nicht immer mit Erfolg. Allerdings kann man in unserer Zeit beobachten, daß die Guckkastenbühne immer öfter zugunsten des Gesamterlebnisses aufgegeben wird. Ein willkommener Trend.

Auch geben die Texte Aufschluß darüber, wie vielfältig diese Raumbühne benutzt werden konnte. Nicht nur der Gedanken “mitten im Geschehen” hatte seinen Platz, sondern wurde auch der Raum als Klangkörper benutzt, der dem Zuschauer die Gelegenheit gab, Musik auf ganz andere Weise zu erfahren.

Der zweite Teil zeigt eine Übersicht der Inszenierungen, die in der Raumbühne “Heterotopia” gespielt wurden. Die Übersicht macht klar: jedes Genre war schon dort vertreten. Ob Oper, Konzert, Schauspiel oder Ballett: für Jeden und Jedes eine Bühne.

Theater muß erlebbar sein

Und es stimmt, Theater muß erlebbar sein. Etwas, was in der heutigen “Smombie”-Kultur abhanden gekommen ist: das Erleben. Es wird einem schließlich alles mehr oder weniger vorgekaut und auf dem Silbertablett serviert. Da ist es umso mehr Aufgabe der alteingesessenen Künste, die Menschen hinter ihren Bildschirmen hervorzuholen. Und da in unserer abgestumpften Gesellschaft nur noch Action das vermag, war es ein nötiger und logischer Schritt, den Zuschauer in die Action auf der Bühne zu holen. Ein gewagtes Experiment, das zumindest vom ersten Eindruck her aufgegangen ist.

Weiterführende Links:

Quelle: Alexander Brock

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