Singing Vampires – Eine Charity-Musical-Gala mit Biss …

„Hunde, die bellen, beißen nicht“, heißt eine bekannte Redewendung. Kann man das vielleicht auch auf Vampire münzen „Vampire, die singen, saugen nicht?“ Zumindest traf das bei der Benefizgala am 11.6.2018 im Wiener Theater Akzent zu, denn dort ging es alles andere als blutig her.

Die Formation „Singing Vampires“ (vier Darsteller der aktuellen Wiener „Tanz der Vampire“ Produktion“) luden zu einer Veranstaltung für den guten Zweck. Christoph Apfelbeck wollte schon immer einmal eine Gala für eine gute Sache auf die Beine stellen, jetzt hatte er quasi endlich den „nötigen Biss“ dazu, deshalb trug die Gala auch den Zusatz „mit Biss“. Das Quartett besteht eigentlich aus Christoph Apfelbeck, Floor Krijnen, Charles Kreische und Abla Aloui. Letztere war aber schon mit Proben für ihr nächstes Engagement („Mamma Mia!“) beschäftigt und konnte leider nicht teilnehmen. Ersatz wurde für sie extra aus Deutschland mit Anja Wendzel (dort ebenfalls eine Vampirin) eingeflogen. Eine 5-Mann starke Band war für den perfekten Sound zuständig und die Beleuchtung des Theaters spielte auch alle Stücke. Der gesamte Abend stand unter dem Motto “Träume können wahr werden” und fand in Kooperation mit “Make-A-Wish” statt. Als Patenkind für die Aktion hatte man sich für Elisabeth entschieden, die auch an dem Abend im Publikum anwesend war. Sie möchte gerne Schauspielerin werden und es soll mit dem eingenommenen Geld die Reise nach L.A. und der Besuch eines entsprechenden Kurses („Hollywoodlike von Michelle Danner) ermöglicht werden.

Gleich zu Beginn wurde der erste special guest auf die Bühne geholt. Es war niemand geringere als Ana Milva Gomes, die mit ihrer riesigen Mähne und dem weißen Outfit einfach nur hinreißend aussah. Ihre stimmliche Kraft ohne Ende bewies sie gleich mit „Gold von den Sternen“. Das bekannte Lied „Ich gehör nur mir“ aus „Elisabeth“ wurde vom Solo zum Duett und man sah Floor und Anja an, dass sie davon jede Sekunde gemeinsam genossen. Danach holte Apfelbeck Gomes auf die Bühne und fragte sie, welches Stück sie gern einmal spielen würde. Natürlich hatte sie die Antwort sofort parat „Elisabeth“. Aber, da sie O-Ton Gomes nicht so ausschaut, wird das nicht möglich sein. Und deshalb ist ihr größter Wunsch, dass sie bei Musicalgalas etwas aus diesem Stück singen darf. Dieser wurde ihr nicht verwehrt und sie bekam mit Apfelbeck sogar einen Darsteller, der den Tod schon einmal gespielt hatte, an die Seite gestellt. „Wenn ich tanzen will“ performten beide unglaublich stark und irgendwie bekamen dann die Worte „Schwarze Möwe, flieg!“ gleich eine ganz andere Bedeutung.

Mit Wendzel begab man sich dann auf eine „Reise durch die Zeit“, welches aus dem Zeichentrickfilm „Anastasia“ stammte. Toll aufeinander abgestimmt und sehr energiegeladen agierten und sangen dann Anja und Charles bei „Alles“ aus dem Stück „3 Musketiere“. Armin Kahl war der zweite Gast des Abends, der beim Duett „Schwert und Stein“ aus „Artus-Excalibur“ mit Apfelbeck ordentlich Gas gab. Da machte es auch nichts aus, dass es sich eigentlich im Original um ein Solo handelt. Krijnen überzeugte als Milady de Winter bei „Wo ist der Sommer“ aus demselben Musical. Sie hat eine sehr markante Stimmfarbe, die während des Abends immer wieder für Überraschungen sorgte und es war schön, ihr einmal länger zuhören zu können. Mit „Hold me in your heart“ bot Kreische einen bei uns eher unbekannteren Song. Vermutlich kannten ihn nur eingefleischte Musicalfans, er stammte aus „Kinky Boots“. Ein wunderschöner Liebessong, bei dem man gerne der Empfänger gewesen wäre. Jede Menge Gefühl und eine hervorragende stimmliche Leistung brachte das Publikum zum applaudieren. Danach folgte ein kleiner Disney-Block. Floor, Christoph und Charles besangen „I can go the distance“ aus „Hercules“. Einen fließenden Übergang gab es zu „Out there“ aus „Der Glöckner von Notre Dame“, bei dem Kreische wieder eine andere Facette von sich zeigte und in den Song allein einen unglaublichen Freiheitsdrang legte. Natürlich kam man auch nicht um das schon oft gehörte „Let it go“ herum, das von allen vier gemeinsam gesungen wurde. „Hallelujah“ von Leonard Cohen beschloss den ersten Teil. Die „Singing Vampires“ zeigten sich samt Gästen harmonisch bei einem tollen Schlussmoment und vor allem Kahl legte sich bei dem schön arrangierten Song mächtig ins Zeug.

Nach der Pause ging es bei einem „Chicago“-Medley („Cell Block Tango“, „All that jazz“, „When you’re good to Mama“) weiter. Mit „Gospel-Truth“ und „Zero to hero“ wurde man ein weiteres Mal in den Zeichentrickfilm „Hercules“ versetzt. Vor allem Floor sorgte für tolle Momente und hatte in ihre Stimme einen passenden, souligen touch. Dann sorgten Ana und Armin für einen magic moment. Sie interpretierten eines der der wohl schönsten musicalischen Liebesduette, nämlich „Sind die Sterne gegen uns“ aus „Aida“. Beide hatten bereits in dem Musical als Aida und Radames auf der Bühne gestanden und entführten das Publikum während des Songs in eine andere Welt. Sehr innig auch der finale Bühnenkuss, der auch lautstark bejubelt wurde. Das Terzett aus demselben Stück „Einen Schritt zu weit“ wurde dann von Floor, Anja und Charles gesungen, auch hier war ein phantastisches Dreiergespann zu erleben. Armin Kahl sang sein „Dies ist die Stunde“ mit viel Vorfreude auf das Kommende (nach den „Jekyll & Hyde“ Experimenten) und gab dem Song so gleich einen neuen Klang. Das Publikum liebte definitiv den Schlagabtausch von Kreische und Apfelbeck bei „Die Schatten werden länger“ und auch bei Apfelbecks „Der letzte Tanz“ gab es nichts auszusetzen.

Als Elphaba trat dann Floor Krijnen auf. Dazu hatte sie sich sogar ein passendes grünes Tuch umgebunden und auch die Bühne wurde in grünes Licht getaucht. Ihr Fiyero bei „Solang ich dich hab“ war Charles Kreische und beide lieferten ein eindrucksvolles Duett. Eindruck hinterließ auch das folgende Solo. Krijnen gab „Frei und schwerelos“ zum Besten, allerdings mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Zuerst sang sie auf holländisch, dann deutsch und zuletzt englisch. Das Publikum feierte diese Darbietung und irgendwie war der Sängerin danach schon eine gewisse Erleichterung anzumerken. Christoph in Lederjacke und Anja in sexy Sandy-Outfit fegten dann bei „You’re the one that I want“ über die Bühne. Beim „Mamma Mia!“ Block, bestehend aus „Mamma Mia“, „Dancing Queen“ und „Waterloo“ kam nochmal so richtig Partystimmung auf. Wenn man an eine Sache glaubt, dann kann sie auch passieren und getreu dem Motto wurde mit „When you believe“ von Whitney Houston und Mariah Carey angestimmt. Eine tolle Atmosphäre kam auf und alle legten sich ein letztes Mal ordentlich ins Zeug. Moment, ein letztes Mal? Nein, natürlich gab es für das begeisterte Publikum, dass nichts mehr auf den Sitzen hielt noch eine Extrazugabe aus dem Musical, das die Darsteller vereint hatte – „Tanz der Vampire“. Ein Medley aus „Ewigkeit“, „Totale Finsternis“ (Ana und Armin als Sarah und Krolock) sowie „Das Gebet“ beschloß einen wunderbaren Abend, der hoffentlich viel dazu beitrug, um einen Menschen seinem Wunsch näher zu bringen.

Quelle: Andrea Martin

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