Mahagonny in Coburg: Na dann prost!

Opern sind ja so eine Sache. Entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Und nun gibt es ja auch noch so moderne Opern, die wieder anders sind. Aus klassischen Opern, wie denen von Mozart oder Puccini kennt man ja vielleicht das eine oder andere Stück, aber dies verhält sich bei den modernen Opern etwas anders. Dort gibt es zum Teil keiner solcher Arien mehr, sondern es wird einfach alles gesungen, so wie hier. Es gibt aber auch wiederum moderne Opern, wo es durchaus auch Arien gibt, sogar in annehmbarer Länge und eben auch alles andere gesungen wird. Eine solche Oper ist “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” von Kurt Weill und Bert Brecht. Große deutsche Namen.

Das Theater Coburg hat sich mal wieder nicht lumpen lassen und mit all seinem Können geglänzt, sei es nun auf oder vor und hinter der Bühne. Deswegen fühlen wir uns auch immer so wohl in diesem Theater und sind dort sehr gern zu Gast. Hier auch mal ein Riesenkompliment an alle, die dieses Theater am Leben halten. Ihr macht das richtig super!

Auch super gefallen hat den Zuschauern die Oper, die sich mit Themen beschäftigt, die damals wie heute noch brandaktuell sind. Geht es doch um Saufen, Sex, Sport und Glücksspiel. Um Sodom und Gomorrha in einer fiktiven Stadt in Amerika. Durchaus immer noch aktuell, mehr denn je. So kann man die 1930 uraufgeführte Oper durchaus auch in der jetzigen Zeit spielen lassen und so die Leute mal zum Nachdenken anregen. Es ist eben nicht immer alles Gold, was glänzt. Wie passend, ist doch Mahagonny eine Goldgräberstadt.

Es spielten am 3.7.:
Gabriela Künzler spielte Leokadja Begbick. Eine grosse Stimme am Theater Coburg, die wir schon des Öfteren sehen und hören durften. Auch in dieser Oper überzeugte sie durch ihre wundervoll wandelbare Stimme und ihr sicheres Auftreten.

Paul Kroeger war Fatty, der “Prokurist”. Dieser junge texanische Tenor hat eine wundervolle Stimme. Man glaubt kaum, dass solch ein junger Mann eine solche Stimme hat. Er ist mehr im Osten des Landes unterwegs, doch hoffen wir, ihn mal wieder im Landestheater sehen zu dürfen. Mehr über ihn, auch seine Termine, kann man auf seiner Webseite ersehen.

Anna Gütter spielte Jenny Hill. Sie kannten wir noch aus “High Society“. Und nun spielt sie das komplette Gegenteil. Und auch das voller Überzeugung und Hingabe. Wenn sie auf der Bühne weinte, dann weinte man mit. Sie kann das Publikum wirklich mitreissen und nicht mehr loslassen.

Karsten Münster war Jim Mahoney. Schon seit einigen Jahren gehört er zum Ensemble des Landestheaters, doch haben wir ihn noch nie in einer so großen Rolle erleben dürfen. Seine Stimme, Mimik und Gestik ziehen einen in seinen Bann. Das war bei dieser Rolle sehr von Vorteil.

Stefan Sevenich spielte Dreieinigkeitsmoses. Leider nur zu Gast ist der Opernsänger und Dozent am Landestheater. Ihn würden wir gern wieder einmal in einer Rolle sehen. Mit einer fulminanten Stimme und grosser Bühnenpräsenz erfreute er das Publikum. Auch seine weiteren Termine gibt es auf seiner Webseite.

Dirk Mestmacher war Jakob Schmidt und Toby Higgins. Er verbreite immer gute Laune und konnte auch in dieser Oper das Publikum auf seine Seite ziehen. Bei ihm sieht alles so leicht aus. Ihm merkt man den Spass an seiner “Arbeit” an.

Franz Xaver Schlecht spielte Bill, genannt Sparbüchsenbill. Seit der Saison 17/18 ist er ein festes Mitglied des Ensembles am Landestheater Coburg. Ihn sahen wir bereits in La Cenerentola und waren sehr erfreut, ihn in einer anderen Rolle erleben zu dürfen.

Bartosz Araszkiewicz war Joe, genannt Alaskawolfjoe. Ein weiterer Gast am Landestheater, der Lust auf mehr machte. Mit seinem warmen Bass sang er sich in die Herzen der Zuschauer(innen) und ließ uns alle träumen. Über ihn kann man hier mehr erfahren.

Die sechs Mädchen wurden von Gabriele Bauer-Rosenthal, Eva Maria Fischer, Luise Hecht, Emily Lorini, Joanna Stark und Monika Tahal gespielt und ließen das Publikum mal lachend, mal weinend, mal leidend zurück.

Unterstützt wurden alle vom Philharmonisches Orchester, dem Chor und der Statisterie des Landestheaters Coburg.

Sie alle wirkten auf der Bühne mit, die folgenden Herrschaften waren hinter der Bühne:
Roland Kluttig hatte die musikalische Leitung und das Orchester unter sich und erheilt auch den gebührenden Applaus für seine Leistung. Inszeniert wurde alles von Konstanze Lauterbach. Das Bühnenbild war von Ariane Salzbrunn und die Kostüme von Konstanze Lauterbach. Für die Dramaturgie war Susanne von Tobien zuständig. Sie gab dem interessierten Publikum bei der Werkseinführung noch einige interessante Details mit an die Hand.

Das Stück lädt zum Nachdenken ein, nein, es fordert einen regelrecht dazu auf. Man geht nicht heiter-beschwingt aus dem Landestheater, sondern man ist schon in seine Gedanken versunken und reflektiert das Ganze durchaus kritisch. Vielleicht denkt auch der Eine oder Andere über sich selbst nach. Dann hat das Stück wirklich etwas bewirkt.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!